Donnerstag, 4. März 2010

Unverhofft kommt oft, eine sehr beeindruckende Zeit auf einem sehr beeindruckenden Schiff – oder auch vom: Fressen, schwulen Australiern, netten...

...Schweizer und die doofen Deutschen – Teil 1

Hallo Fans!

Jetzt mit diesem Eintrag, der wahrscheinlich alles Bekannte sprengen wird, wird ein neues Zeitalter eingeläutet. Dieser Eintrag wird nicht nur die bekannte Dimension Länge sprengen, nein auch Faszination, Zauberhaftigkeit, Unwiderstehlichkeit, Geld, Ruhm, Erfahrung, Freude und so weiter... diese drei Nächte waren super! Und das Tolle an der Sache war, ich hatte gar nicht damit gerechnet. Ich kam an... ach jetzt fangen wir doch bei Vorne an... (kurzes Vorneweg, ich teile diese Kreuzfahrt in ein paar Teile, sonst wird’s zu lange und die Aufmerksamkeitsspanne der lieben Leser nimmt schneller ein Ende als das Ende des Textes erreicht ist)

...wir schreiben Dienstag den 19. August 2008, die Olypischen Spiele in Bejing sind im vollen gange. Es ist heiß, so heiß wie es halt im August in einem der sogenannten Hotpots Chinas ist. Am Vormittag checke ich wie gehabt pünktlich aus dem Hotel aus, bezahle und lass meinen Rucksack dort deponieren. Schließlich war Boardingtime erst ab 17 Uhr. Diese ging ganze zwei Stunden bis 19 Uhr, sogar etwas länger, aber dazu später mehr... jedenfalls hatte ich noch den gesamten Tag vor mir. Was tut man da? Rumflanieren. Wiedermal ein spaziergang in der wohl langweiligsten Stadt Chinas, weil nix zu sehen. Jedenfalls habe ich mir ein paar Einkaufscentren angeschaut und sogar einen Toy'r'us, nett sieht in China genauso aus wie in Deutschland. Na jedenfalls ging die Zeit auch vorbei. Ich hol meinen Rucksack an der Rezeption ab.

Hier noch zwischendrinn eine kleine Anekdote: Und zwar beim Einchecken hatte mich der Portier verständlicherweise für David Backham gehalten, war recht lustig :-) Naja aber nach einer kleinen Aufklärung seitens meines Reisepasses wurde ihm auch klar, dass ich nicht David Backham bin, sonder nur ein double, aber dennoch lustig – weil ich eigentlich überhaupt keine ähnlichkeit hab zu dem tuntigen englischen Fußballspieler. Hier kommt wahrscheinlich genau das zu tragen, was wir hier in Europa den Asiateneffekt nennen. „Die Asiaten sehen doch alle gleich aus!“ - Ich habe ein Bingo (anspielung auf welchen Film? - Genau „Inglourious Basterds“) die Asiaten denken das gleiche nur reziprok: „Die Europäer und Amerikaner sehen doch alle gleich aus!“ Aber zurück zur unwirklichen Wirklichkeit...

Rucksack abgeholt, bin ich dann der Wegbeschreibung gefolgt. Der Portier hatte mich noch angegrinst als er erfahren hatte, dass ich mit der Victoria Anna fahre und gemeint es sei toll und er wünsche mir viel Spaß. Kleine Anmerkung noch von meinerseits, ein chinesischer Portier der Englisch kann, ich war ein wenig perplex und freudig überrascht!. Tja ich wusste eigentlich nicht warum er das sagte. Ich hatte doch nur über nen Monat davor diese Jangtse Cruise gebucht. Ohne Vorahnung und wissen. Die Konversation war mit dem Reisebüro ungefär folgende: – welches Englischsprachig war (dank dem Lonely Planet, hab ich die Email!) -

„Hallo ich möchte gern ne Kreuzfahrt aufm Jangtse machen, isses auch möglich danach gleich nach Guilin mitm Zug zu fahren?“ - „Hallo, nein nicht möglich, von Yichang nach Wuhan und von Wuhan nach Guilin mitm Zug!“ - „Okay, können Sie mir nen Busticket von Yichang nach Wuhan besorgen?“ - „Ja, kostet 1 Milliarden Kuai, wollen Sie noch?“ - „Öhm nein, ich werde nur die Kreuzfahrt buchen, was haben Sie im Angebot?“ - „3-Sterne-Boot, 4-Sterne-Boot, 5-Sterne-Boot, Kosten: balblabal“ - „Okay dann nehme ich das 4-Sterne-Boot (ein wenig Luxus sollte mir doch im Urlaub gegönnt sein).“ - „Das 4-Sterne-Boot fährt nur am 18. August. Am 19. August fährt das 5-Sterne-Boot, kostet aber Balbabla – mit Roomsharing“ - „Hmmm okay, dann nehm ich das 5-Sterne-Boot am 19. August, ich komm dann an dem Tag vorbei wegen weiteres...“.

Ja wie unschwer zu erkennen ist, habe ich das etwas blind gekauft, ohne schön hübsch bebilderte Anzeigen von tollen Booten mit tollen Menschen und tollen Zimmern sowie wunderbarem Essen. Dementsprechend war der Abend von einer Reihe von Überraschungen geprägt. Als ich an bei dem Reisebüro ankam (davor musste ich mich durch eine Menge von Asgeiern durchkämpfen, die meinten mir noch nen Ticket für ne Kreuzfahrt andrehen zu wollen) klärten wir alles. Ich fragte in meiner Erfahrenheit, ob da auch jemand Englisch spricht. Er meinte „of course“ - in einem Ton der nur von Selbstverständlichkeit strotzte. Nun denn, ich schon voller Euphorie, schließlich ist was Englischsprachiges in China ja doch etwas rar. Jedenfalls lauf ich pünktlich um 17 Uhr zu dem Pier. Erinnert ihr euch noch an die Bildergallerie von Chongqing? Da ist doch so einer Abgebildet, mit so kleinen Seilbahnen die „Uferböschung“ runter. Ich glaub genau das war der Anleger für die Victoria Anna. Ja dort angekommen, machte ich denen klar ich will runter. Die dann so, ja das kostet nochmal 2 Kuai rutner zu fahren. Ich war etwas verwundert, aber gut für den blablabal Preis, den ich für die Kreuzfahrt bezahlt hatte war das dann auch nicht mehr schlimm.

Runtergefahren bin ich mit einem Haufen voller Chinesen. Ich in meiner Unbekümmertheit dachte mir, die wollen bestimmt dorthin wo ich hin will. Und war schon etwas in Panik, schließlich sind Chinesen oft nicht die angenehmesten Reisebegleiter (dreckig sein, rotzen, kotzen, rülpsen, blabla...). Nun denn habe ich mich in dem Haufen integriert, mich von der Gruppendynamik Richtung Schiff tragen lassen. Bis da ein nettes chinesisches Mädel in weißer Uniform dasteht und frag, nein sie fragt nicht nur, sie greift nur mich mit einem geschulten Blick aus der Menge heraus, und fragt ob ich zur Victoria Anna will. Ich, kruschtel den Zettel raus, schau nach, zeig ihn ihr - „ja das will ich“. „Okay dann laufen Sie hier entlang...“ und zeigt in eine total andere Richtung (links), als der Chinesische Haufen sich bewegt. Ich schon angetan, weil sie Englisch konnte. Naja so bewegte ich mich über den grünen Kunstrasen Richtung Victoria Anna, sah sie schon von Hinten. Nun denn groß halt. Vorm Eingang, steht dann so eine Marchingband (wie man sie von googlebilder kennt, wenn man Marching Band eingibt, weiße Hosen, weißesOberteil). Nun denn is wohl was besonderes heute, oder ein besonderer Gast. Und genau das wars... David Backham fuhr mit dem Boot und sie fingen an zu spielen als ich entlang kam. Was für eine lustige Sache. Da werde ich von einer Marschkapelle begrüßt, schön, verwundert und höchst amüsiert lauf ich dann aufs Boot. Wie sich etwas später heruasstellte, hielten sie mich nicht für Backham, sondern für einen gewöhnlichen, naja ewtas ungewöhnlichen gast, da mit Rucksack und etwas vergammelt, denn sie spielte für jeden ankommenden Gast solch eine Musik.

Jedenfalls innen drinn, wars wie in nem Hotel. Schöner roter Teppichboden, tolles rund gebautes Foyer und ne Rezeption wie man sie ausm Bilderbuch kennt. Da standen sie dann alle in ihren weißen Uniformen und begrüßten einen, einer konnte sogar etwas Deutsch, aber ich checkte auf Englisch ein, das Deutsch war etwas seltsam. Es stand sogar eine dicke blonde Westliche da die sozusagen der Chef aufm Boot war, neben dem Kapitän. Eingeckekt, Schlüssel bekommen, und die ungewissheit über meinen Zimmergenossen in der Tasche zum Room gelaufen. Reingegangen, immernoch etwas apathisch da überwältigt, wurde ich entzückt vom Zimmer. Schön alles mit Holz verkleidet, zwei nette, sehr bequeme Betten sogar nen Ständer für den Koffer. Ein WC, dreisprachig beschriftet, Chinesisch, Englisch und Deutsch. Schön, das Deutsch war zwar grottig, aber dafür wars überraschend :-) Nun denn erstmal ein wenig angekommen, mein Bett markiert. Das am Fenster, welches zu einem, Balkon führte. Total toll. Meine 9 Liter Wasser abgelegt (ich war davor noch einkaufen, shcließlich wusste ich nicht was mich aufm Boot erwartet – ich war von erzählungen ausgegengangen. Bei denen mir erzählt wurde, dass es kein Essen gibt, kein Wasser, alles dreckig und eklig und man auf sich alleingestellt ist – nun denn sorry, falsches Boot damals gebucht *hrhr*). Dann gings auf Entdeckungsreise. Das Boot war riesig. Es gab einen Internetroom, einen Spabereich, einen TCM Bereich, zwei Restaurants, eine riesen Lobby, ein Souvenirgeschäft, ein Readingroom, ein tolles Sonnendeck, einen Bar und Animationsbereich... Da ich glaub ich einer der ersten war hab ich alles noch in ruhe genießen können. Flanierte über das Boot. Setzte mich schließlich oben aufs Sonnendeck in einen bequemen Liegestuhl und genoß die letzten Anblicke von Chongqing by night (wie schon geschrieben, nett beleuchtet!). Schließlich gings dann mit 30 Minütiger verspätung los, weil manch einer wegen einer Verspätung erst später ankam.

Das Boot fuhr los, als volle Fahrt Flussabwerts erreicht wurde, wurde es aufm Deck sehr windig – hatte ich nicht für möglich gehalten. Jedenfalls fuhr das Schiff ca. 2 Stunden und kam dann zur ruhe, es wurde über Nacht geankert, damit man besser schlafen kann *hrhr*. Naja das Programm für den nächsten Tag sagte auch, dass es früh los geht. Ich wollte gleich sehr früh raus, und zwar Tai Chi mit Dr. Xu stand noch vorm Frühstück aufm Plan 7 Uhr fings glaub ich an. Aber dazu mehr im nächsten Teil...

Tschööö Fans!

Ps.: Klick!

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